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Das größte Ausstellungsstück im Madermuseum (landwirtschaftliche Sammlung der Horner Museen) ist mit 4,50 Metern Länge und 7 Metern Höhe die Erdäpfeldämpfkolonne.
Nein, Pommes Frites kann man damit nicht herstellen! Für Nicht-Landwirte: Als der Kartoffelanbau zu Beginn des 20.Jahrhunderts die Landwirtschaft aufblühen ließ und fett gemästetes Schweinefleisch gutes Geld einbrachte, zog die Dämpfkolonne von Hof zu Hof. Unter Dampfdruck wurden Futterkartoffeln gegart und als Wintersilage (= im Silo) eingestampft und eingesäuert. Der große Vorteil beim Dämpfen besteht darin, dass im Gegensatz zum Kochen keine Nährstoffe verloren gehen. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr das Dämpfen dann eine ständig wachsende Verbreitung; in Form von billigen Krediten für den Bau von Silos wurde die Beschaffung fahrbarer Dämpfkolonnen, meist auf genossenschaftlicher Basis, gefördert. Unser schönes Stück ist eine „Original Buschmann Dämpfkolonne Modell Roller I“ aus Lommatzsch in Sachsen. Sie wurde am 26.10.1938 von der „Dämpfgemeinschaft Etzelsreith“ bestellt, aber erst am 23.02.1939 ausgeliefert, da seitens der Reichsbahn die Annahme von Sendungen nach der „Ostmark“ so lange gesperrt war! Der Preis betrug 2.472 Reichsmark; die fünfzehn Mitglieder der Dämpfgemeinschaft erhielten einen Zuschuss von RM 1.096,60.- von der „Landesbauernschaft Donauland“ mit Sitz in Linz unter der Voraussetzung, dass „pro 1000 kg 2,- Reichsmark als Wasch- und Dämpfgebühr eingehoben wird“. In Betrieb war das Gerät bis in die Sechzigerjahre. – Wir bedanken uns bei Familie Schmid aus Etzelsreith herzlich für die Überlassung der kompletten Unterlagen vom Bestellschein über die Rechnung bis hin zu Prospekten und zur Beschreibung der Dämpfkolonne. – Die Herstellerfirma existiert übrigens immer noch, und das seit 1860! Übrigens sollen die gedämpften Erdäpfel sehr schmackhaft sein – mit etwas Butter und Salz…  |